Was machen die Hersteller falsch? Absatzzahlen des LG G2, Huawei Ascend P6 & HTC ONE enttäuschen

HTC_ONE_LG_G2_Ascend_P6

Blickt man zurück auf 2013 dann hat das nun fast vergangene Jahr einige wunderschöne Smartphones hervorgebracht. In meinem Artikel zur Smartphone Wahl des Jahres 2013 habe ich 10 davon zur Auswahl gestellt und würde mich freuen wenn ihr eurem Favoriten eine Stimme gebt. Für die Hersteller LG und HTC war 2013 von besonderer Bedeutung hatte man doch in der Vergangenheit immer weniger Nutzer von seinen Geräten überzeugen können.

HTC ausser Spesen nichts gewesen

HTC_logo_TransparentSeit mehr als 2 Jahren befindet sich der taiwanesiche Hersteller HTC nun schon in der Krise und musste dazu im Herbst 2013 den ersten Quartalsverlust seiner Firmengeschichte melden. Mit dem Release des HTC ONE im Frühjahr 2013 erhofften sich HTC`s Manager den lang ersehnten Befreiungsschlag. In den Wochen danach erlebte das wunderschön designte ONE fast einstimmige Belobigungshymnen der gesamten Bloggerwelt und Fachpresse und konnte zudem eine ganze Reihe von Designpreisen abräumen. All dies hat sich aber anscheinend wenig positiv auf die Verkäufe ausgewirkt wie die Digitimes nun in ihrem Artikel meldet. Obwohl man keine detaillierten Zahlen bekanntgibt sprechen die Schreiber von stagnierenden Verkäufen seit dem Release im Mai 2013. Zur Erklärung, die Digitimes ist ein in Taiwan ansässiges Nachrichtenmedium dem man eine große Nähe und damit ehebliches Insiderwissen zu den taiwanesischen als auch chinesischen Zulieferfirmen für die Techindustrie nachsagt.

Für HTC wird es nun in 2014 darauf ankommen ob man die Um- und Neueinsteiger wieder verstärkt für seine Produkte begeistern kann. Gelingt dies nicht könnte 2014 zum alles entscheidenden Schicksalsjahr für HTC werden an dessen Ende sogar ein Verkauf bzw. eine Übernahme der ganzen Firma stehen könnte. Persönlich mag ich das Design der HTC Modelle sehr, allerdings haben mich das unsägliche Sense UI, der nichtwechselbare Akku und der fehlende microSD Kartenslot bisher stets von einem Kauf abgehalten.

LG mit lachendem und weinendem Auge

LG_LogoIm Gegensatz zu HTC geht es bei LG weniger um die nackte Existenz sondern die Südkoreaner hatten in der Vergangenheit ein nicht gerade erfolgreiches Händchen bei der Auswahl ihrer Designer bewiesen. Die Geräte wurden von der Masse als nicht „en Vogue“ wahrgenommen auf Deutsch sie waren schlicht hässlich. Mit dem Release des 2013er Flaggschiffs G2 und dem Tablet G PAD 8.3 hat LG zumindest in der Designsprache wieder Anschluss an die Weltspitze gefunden. Dennoch scheint das schlechte Image der Vergangenheit nachzuwirken denn vom Topmodell G2 wurden laut Digitimes gerade mal 2 Millionen Stück abgesetzt obwohl der Konzern mit 10 Millionen Stück gerechnet hatte.

Mit ein Grund für die schwachen Verkäufe dürfte in jedem Fall der fast zeitgleiche Release des Nexus 5 gewesen sein. Das fast baugleiche Gerät kostet einige Euronen weniger und ist mit Vanilla Android in der aktuellsten KitKat Version 4.4x ausgestattet. Das Interesse nach dem Nexus 5 war zeitweise so hoch, dass sowohl der Play Store als auch diverse Onlinehändler den Ausverkauf gemeldet haben. Für LG ist der Run auf das Nexus 5 dennoch als Glücksfall einzustufen da das Googlephone direkt in den heiligen Hallen der Südkoreaner hergestellt wird. Pessimisten würden dies als Kannibalismus im eigenen Haus bezeichnen aber ich glaube das LG ohne die Aufträge das Nexus 4 & 5 bauen zu dürfen weitaus größere Imageprobleme bei der Vermarktung seiner eigenen Produkte haben würde.

Auch in 2014 wird LG weiter Gas geben wie erste Infos über ein mögliches G3 vermuten lassen. So soll das G3 mit einem hauseigenen Octa-Core Prozessor und einem 5,5 Zoll großen Display mit QHD (2560 x 1440) Auflösung auf den Markt kommen. Ob wir das G3 allerdings wie einige vermuten schon zum Mobile World Congress (MWC 24-27.02.2014) sehen werden wage ich mal zu bezweifeln. Denn mit gerade mal ein paar Monaten auf dem Markt ließe sich das G2 dann wohl wirklich nur noch mit riesigem Preisabschlag verkaufen.

Huawei das ungeliebte „China Smartphone“

Huawei_logo_tranparentDer Auftritt der Chinesen um Huawei klang vielversprechend und mit der Vorstellung des Ascend P6 im Juni 2013 in London präsentierte man ein Smartphone, das es mit den Großen der Branche aufnehmen wollte. Überaus schlank und stylish kam das P6 daher und würde da nicht ein Logo von Huawei prangen könnte das P6 auch von einem anderen Premiumhersteller wie z.B. Sony stammen. Aber genau wie bei HTC und LG konnte auch Huawei mit 3 Millionen Verkäufen nur einen relativ kleinen Kreis an Käufern für sein Topmodell begeistern. Laut Digitimes war man wie bei LG von einer Mindestverkaufszahl von 10 Millionen Geräten ausgegangen, die man allerdings angesichts einer Flut von neuen Geräten in 2014 niemals erreichen wird.

Bei Huawei und auch ZTE sind es letztendlich nicht die fehlende Manpower oder ein wenig ansprechendes Design das die Käufer von einem Kauf abhält. Denn gerade im Bereich der technischen Aufrüstung und einem ansprechenden Design haben die Chinesen in 2013 unglaublich schnell aufgeholt oder kopiert, ganz wie man es sehen will. Nein, nach wie vor schreckt der Kunde bei den Worten „China Smartphone“ zurück weil er damit nur billigen und zudem fehleranfälligen Technikschrott verbindet. Für Huawei wird es deshalb in 2014 darauf ankommen neben sehr guten Geräten den Firmen Brand Huawei weiter aufzupolieren. Ob dies mit geeigneten Marketing Kampagnen oder einfach nur durch die Beste Technik zu einem guten Preis passiert müssen die Firmenlenker selbst entscheiden.

Samsung vom Erfolg zu „arg“ verwöhnt?

Bleibt zum Schluss der Blick auf den Erfolgreichen der Branche, denn mit mehreren 10 Millionen verkaufter Smartphones muss man neidlos anerkennen das Samsung momentan uneinholbar in einer anderen Liga spielt. Dabei werden die Geräte von den Kritikern stets als wenig innovativ und langweilig im Design kritisiert. Trotzdem greift der Otto Normalverbraucher ohne großes Nachdenken in aller Regel zum bekanntesten Namen weil er damit Leistungsfähigkeit, solide Technik und weniger Probleme mit Reparaturen verbindet.

Mit einem gewaltigen Marketingaufwand von mehr als 10 Milliarden US-Dollar werden die Südkoreaner auch in 2014 alles dransetzen ihr erzieltes Marken Image zu bewahren oder eher noch auszubauen. Dennoch sollte sich auch ein Global Leader wie Samsung seiner Stellung nie zu sicher sein wie die Beispiele Blackberry und Nokia beweisen. Als techaffiner Blogger und Nutzer von Samsung Geräten wünsche ich mir vom Weltmarktführer, dass er seine Führungsposition bewusst als Innovationsmotor der Branche nutzt und somit die Evolution im Techbereich maßgeblich weiter mit vorantreibt.

Quelle:

Digitimes

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