Wird das Einbetten von Youtube Videos in Websites bald kostenpflichtig?

Youtube_Videos_Kostenpflichtig

Die Nachricht der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA in Zukunft das Einbetten von Youtube Seiten unter eine kostenpflichtige Lizensierung zu stellen dürfte zu einer Verunsicherung bei den Betreibern von Internetseiten und Blogs führen. Angestoßen wurde die Diskussion von der AKM dem österreichischen Pendant zur deutschen GEMA, die die Urheberrechte von über 20000 Komponisten und Autoren vertritt. Laut einem Bericht der Futurezone.at macht sich die AKM bei den gerade stattfindenden EU-Konsultationen über das Urheberrecht für eine Vergütungspflicht beim Einbetten von Youtube Videos stark.

Manipulierter Fragebogen ohne Auswahlmöglichkeit

Youtube_kostenpflichtig_2Ein an die Mitglieder verschickter Fragebogen wurde von der Rechtsabteilung der AKM dahingehend manipuliert, das man außer der Antwortmöglichkeit „Ja“ weitere wie ein „Nein“ oder „Keine Meinung“ einfach kurzerhand entfernt hatte. Konkret heißt es in der Frage 11 des Konsultationsdokuments: „Sollte das Bereitstellen eines Hyperlinks, welcher zu einem urheberrechtlich geschützten Werk oder anderen Inhalt führt, entweder im Allgemeinen oder unter bestimmten Umständen die Erlaubnis des Rechteinhabers erfordern? Aber damit nicht genug denn praktischerweise hat die Rechtsabteilung dazu gleich noch eine vorformulierte Antwort in das Dokument kopiert, in der ein angemessener Ausgleich für Musikvideos gefordert wird die in fremde Websites eingebettet werden.

GEMA schließt sich den Forderungen der AKM an

Youtube_Kostenpflichtig_1Eine Sprecherin der GEMA hat sich in einem Statement gegenüber Netzpolitik.org der Forderung der AKM mit den folgenden Worten angeschlossen: “ Im Gegensatz zu einfachen Hyperlinks, die für uns keine relevante Nutzungshandlung darstellen, sollte Embedded Content lizenziert werden. Denn hier ist für den Nutzer nicht klar, dass die Datei von einer anderen Seite stammt.“

Wie Netzpolitik weiter informiert handelt es sich beim Thema Vergütung von Youtube Videos um einen langwierigen Dauerbrenner, der speziell zwischen der GEMA und der Youtube Mutter Google ausgefochten wird. Obwohl man sich zwischenzeitlich auf eine Vergütung der genutzten Youtube Videos geeinigt hat, fordert neben GEMA und AKM auch die niederländische Verwertungsgesellschaft Buma/Stemra schon seit einem Jahr eine Extravergütung zumindest von Youtube-Videos die in kommerziellen Seiten eingebettet werden. 

Meiner Meinung nach zu Recht stellt Netzpolitik die Frage in den Raum wie im Falle einer extra Abgeltung auf den Websites die durch Google schon geleistete und damit doppelte Vergütung vermieden werden soll. Ausserdem fragt Netzpolitik warum dem User nicht klar sein sollte, dass das eingebettete Video von einer anderen Seite stammt. Eine für mich völlig sinnlose Aussage. Vorausschauend ist sowieso zu erwarten, dass durch eine allgemeine Lizensierungspflicht von Youtube Videos etliche Seitenbetreiber (mich eingeschlossen) eher dazu übergehen werden die Einbettung von Videos auf den URL-Link zu beschränken oder gleich ganz wegzulassen. Damit wären jene Video Ersteller die Gekniffenen, die im Sinne der Monetarisierung auf eine möglichst große Verbreitung ihrer Videos setzen.

Obwohl ich der Wahrung der Autorenrechte grundsätzlich positiv gegenüber stehe hat sich die GEMA in den letzten Jahren mit ihren Vorstößen zur Abgabenerhebung auf Datenträger wie Kasetten, CD`s oder Festplatten, den massiven Erhöhungen der Abgaben in Diskotheken und dem permanenten Streit mit diversen Internetanbietern wie eben Google keine Freunde gemacht. Wie schon bei der staatlich verordneten Zwangsabgabe der GEZ vermute ich auch beim jetzigen Vorstoß der Verwertungsgesellschaften einfach die profane Absicht ihre Einnahmen durch eine Ausweitung der Geschäftsgrundlage steigern zu wollen.

Wie wertet ihr die Forderung der europäischen Verwertungsgesellschaften das Urheberrecht letztendlich zu verschärfen und damit das Internet stetig weiter zu verkomplizieren? Ich warte gespannt auf eure Kommentare!

Quellen:

Futurezone AT

Netzpolitik

PC-Welt

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