Haben wir bald auch in Deutschland Internet-Pornofilter nach britischem Muster?

Deutschland_Pornofilter_Fischer

David Cameron seines Zeichen britischer Premierminister hatte Mitte letzten Jahres Aufmerksamkeit erregt als er die Einrichtung von Pornofiltern ankündigte. Diese direkt bei den Providern eingerichteten Contentsperren filtern unerwünschte Erwachseneninhalte auf Basis einer Blacklist heraus. Neben dem pornografischen Content fallen aber auch bestimmte Inhalte mit gewaltverherrlichendem Material unter die Zensur der britischen Regierung. Auf Seiten der User wird die Deaktivierung dahingehend erschwert das durch den Nutzer abgeschaltete Sperren schon am nächsten Morgen wieder automatisch aktiviert werden.

Cameron_Pornofilter_Teil_2_2Schon damals habe ich bemerkt, das ich als Vater natürlich für eine Kontrolle von jugendgefährdenden Inhalten eintrete dies aber auf staatlicher Ebene definitiv ablehne da hier auf längere Frist die Gefahr von willkürlicher Zensur seitens der Behörden gegeben ist. Das die britischen Filter letztendlich auch nicht das Gelbe vom Ei sind beweisen etliche Fehleinträge wie Aufklärungsseiten sowie der Blogging Dienst Blogspot.com die immer wieder in den Netzen der Filter landen. Selbst die Website der Britischen Parlamentsabgeordneten Claire Perry – eine Befürworterin der Web-Sperren – wurde gesperrt. Vermutlich tauchen auf ihren Seiten die Wörter Pornografie und Sex zu häufig auf.

Schon damals hatte kurz nach der Vorstellung des britischen Modells der Bundestagsabgeordnete Norbert Geis für Deutschland ebenfalls die Einrichtung von Pornofiltern gefordert. Mit Andreas Fischer, Direktor der Landesmedienanstalt fühlt sich nun ein weiterer selbsternannter Kinderschützer berufen für kindsgerechten Internetcontent zu sorgen. Im Rahmen des gestrigen Safer Internet Day erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, dass seiner Meinung nach das britische Modell dazu diene:

Zitat Fischer: „Eltern zu helfen, ihre Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten aus dem Netz zu schützen“. Das diese Aussage mehr als schwammig formuliert ist weiß Fischer wahrscheinlich selbst aber er holt das Thema damit ganz bewusst nach Deutschland zurück und verweist es an die Internetprovider die „den britischen Weg ohne Vorurteile prüfen sollten“ Zitat Ende.

Samsung_Galaxy_Tab3_KIDS_1Die Frage ob ein staatlich kontrolliertes Internet überhaupt den Prinzipien einer Demokratie entspricht bleibt dabei ebenso unerwähnt wie die Frage nach einer erweiterten Selbstkontrolle durch die Eltern. Gerade im Bereich der mobilen Devices bei Smartphones und Tablets hat es in den letzten Jahren eine recht dynamische Entwicklung bei den sog. Parental Control Systemen gegeben, die es Eltern auf recht einfache Weise erlauben Geräte kindgerecht zu konfigurieren. Parallel dazu haben etliche Hersteller wie z.B. Samsung mit ihrem Galaxy Tab3 Kids aber auch Archos mit ihrem Childpad speziell auf kindliche Bedürfnisse abgestimmte Tablets in ihrem Programm, die vorne herein nur bestimmte Inhalte empfangen können.

Deshalb trete ich damals wie heute dafür ein das staatliche Kontrolle über Internet Inhalte auch in Zukunft absolut nichts im Netz zu suchen haben und setze weiterhin auf die Selbstkontrolle von uns mündigen Bürgern. Wie steht ihr zum Thema der staatlichen Kontrolle „Zensur“ von Internetinhalten? Ich warte gespannt auf eure Kommentare!

Quellen:

Heise

PC Magazin

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