Motorola Moto 360 im Ifixit Teardown – Reparaturindex mit nur 3 von 10, Akku mit 300 mAh schlechter als angegeben

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Die IFA in Berlin ist zu Ende und eines der ganz großen Themen drehte sich in diesem Jahr um die Wearables und im speziellen um die Smartwatches. Spätestens seit der Präsentation der Apple Watch vor 2 Tagen ist das Thema in allen Nachrichten angekommen und der Kampf der Hersteller um die zahlende Kundschaft kann beginnen.

Motorola_Moto_360_Ifixit_1Seit Monaten gehörte Motorolas Smartwatch Moto 360 zu den meist erwarteten Produkten dieses Segments, was wohl nicht zuletzt mit dem recht ansprechenden Design und der großen Ähnlichkeit mit einer normalen Uhr zusammenhängt. Die Jungs von IFixit, einem Portal für Reparaturanleitungen haben sich nun die Moto 360 zur Brust genommen und das gute Stück komplett in seine Einzelteile zerlegt. Bei diesem Zerlegeprozess entgeht den Augen der Teardowner nicht das geringste Detail und gerade vom Hersteller nicht genannte Hardware kommt auf diese Weise ans Licht der Öffentlichkeit.

Akku mit 300 mAh geringer als von Motorola vermeldet

Motorola_Moto_360_IfixitIm Fall der Moto 360 gibt es nun interessante Fakten zu vermelden, die den Spaß an der smarten Uhr ein wenig trüben könnte. IFixit hat nämlich herausgefunden das in der Moto 360 ein Akku mit gerade mal 300 mAh verbaut, was die vorher bekannte und ohnehin schwachbrüstige Kapazität von 320 mAh nochmals unterbietet. In der Regel ist die Konkurrenz mit Powerspendern von ca. 400 mAh unterwegs, womit Motorolas Moto 360 diesen Wert um 25% unterbietet. Interessenten der Moto 360 dürften sich wohl zu Recht die Frage stellen ob die smarte Uhr der US-Boys wenigstens einen Tag ohne den Gang zur Steckdose durchhalten wird. Aus eigener Erfahrung mit LG`s G Watch kann ich nur berichten, das der 400 mAh Akku bei intensiver Nutzung Saft für maximal einen Tag zur Verfügung stellt.

Gegenüber Ars Technica hat Motorola erklärt, dass man aus Platzgründen nur die Mindestkapazität des Akkus aufgedruckt habe. Bei Akkus von größeren Geräten wie dem Moto G oder dem Moto X hingegen druckt man üblicherweise sowohl die Mindest- als auch die Durchschnitts-Kapazität auf.

The typical battery capacity for Moto 360 is 320 mAh and the minimum is 300 mAh. In the mobile industry, sometimes both the minimum and typical capacity is listed on the battery, with the typical capacity quoted as the official battery size. Both figures are included on the batteries of our Moto X, Moto E and Moto G devices. In the case of smaller devices, we aren’t always able to list both figures. For Moto 360 we only had room for one figure and choose to list the minimal capacity of the battery. We see how this can be confusing and we will look into ways to add the typical capacity as well in the future.

Prozessor TI OMAP3630 (Release 2010 in 45 Nanometer Technologie)

Motorola_Moto_360_Ifixit_3Der nächste Punkt betrifft die bislang unbekannte CPU, bei der es sich um den OMAP3630 und damit einen Chip von Texas Instruments handelt, der seit dem Jahr 2010 im 45-Nanometer Verfahren hergestellt wird. Aktuelle Chips werden dagegen im 22-28 Nanometer Verfahren hergestellt was eine deutlich höhere Energieeffizienz zur Folge hat. Warum Motorola auf einen so alten Chip setzt und nicht eine aktuelle deutlich stromsparendere CPU verbaut hat wird ganz sicher noch zu einigen Diskussionen unter den potentiellen Käufern führen.

IFixit bewertet seine Testkandidaten im Abschluß des Teardown mit der sog. Reparaturfähigkeit und einem Index von 1-10, wobei 1 für schlechte und 10 für beste Reparaturfähigkeit steht. Die Zusammensetzung des Index speist sich unter anderem daraus wie leicht das Gehäuse geöffnet werden kann und sich Komponenten wie Display und Batterie wechseln lassen. Auch in diesem Fall macht das Moto 360 nicht gerade eine vorbildliche Figur, denn mit einem Index von gerade mal 3 ist die smarte Uhr nicht gerade eine Paradebeispiel wenn es um das Reparieren eines Technikgadgets geht.

Das Display ist mit dem Uhren-Body fest verklebt und es bedarf einiges an Aufwand um das Gehäuse zu öffnen, wobei immer die Gefahr besteht Teile der Hardware zu beschädigen. Ein zusätzliches Problem das alle Geräte mit IP-Zertifizierung (Schutz vor Eindringen von Wasser und Staub) betrifft ist eine mögliche Beschädigung von wichtigen Gummidichtungen, die bei unsachgemäßer Reparatur zum Verlust der Dichtigkeit führen kann. Im unten angehängten Video könnt ihr den Teardown der Moto 360 bestaunen und werdet auch gleich von IFixit über die notwendigen Werkzeuge informiert.

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Motorola Moto 360 Teardown Video by IFixit

Was haltet ihr von den Offenbarungen von IFixit und ist damit die Euphorie um die Moto 360 getrübt? Ich warte gespannt auf eure Kommentare!

 

Quellen:

IFixit

ArsTechnica

Android Schweiz

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