Google+ feiert seinen 2. Geburtstag und positioniert sich als zentrale Schnittstelle im Googleversum gegenüber Facebook

Google+_2_JahreKönnt ihr euch noch an den Start von Google+ vor 2 Jahren erinnern?  Wie alle Google Projekte zuvor wurde auch G+ mit Beta Status und begrenzter Tester Anzahl gestartet. In den ersten Wochen vor dem offiziellen Start war eine Teilnahme nur über eine sogenannte Einladung möglich, die kurze Zeit wie Edelsteine gehandelt wurden. Ein schlauer Marketing Trick von Google, denn ohne viel Werbung wurde genügend viel Aufmerksamkeit zum Mitmachen erzeugt.

Am 1. Juli 2011 hat Google+ dann offiziell seine Tore für alle geöffnet und schnell kam die Frage auf ob neben dem allmächtigen Facebook noch Platz für ein weiteres großes social Network besteht. Die Antwort lautet eindeutig ja, denn Facebook und Google+ buhlen aufgrund ihrer internen Struktur kaum um User des anderen. Facebook ist und bleibt das Freunde-Freunde-Netzwerk zum Verabreden oder den Chat zwischendurch während Google+ sich mehr und mehr zur themenorientierten Diskussionsplattform entwickelt. So nutze ich wie etliche meiner Bekannten beide Plattformen für ganz unterschiedliche Belange mit teils unterschiedlichen Personen.

Google+_2_Jahre

Google+_Logo_kleinDie zum Teil sehr technisch orientierten Themen haben dem Netzwerk aber auch in der Folge eine nur mäßige Attraktivität beschert. So sprach Googles Vizepräsident Vic Gundotra im Januar 2013 zwar von 500 Millionen Registrierungen aber nur von 235 Millionen aktiven Usern. Regelmäßig posten würden dagegen sogar nur 135 Millionen, was Google+ im Netz auch die Bezeichnung Geisterstadt bzw. Friedhof einbrachte. Die maßgebliche Kennzahl eines social Networks ist aber seine monatliche Verweildauer und da hat Facebook mit 7 Stunden, allein vom Desktop die Nase vorn. Google+ kommt dagegen auf geschätzte 6 Stunden im Monat wobei hier mobile Geräte & Desktops zusammengefasst werden. Und da Google nach wie vor das meiste Geld mit Werbung verdient bemisst diese Kennzahl für Googles Werbepartner die Attraktivität einer Seite und damit auch den zu zahlenden Preis für die geschaltete Werbung.

Da Google sich diesem Umstand sehr wohl bewusst ist baut der Suchmaschinenriese sein soziales Netzwerk nun mit erhöhter Geschwindigkeit zur zentralen Kommunikationsplattform im Konzern aus. So erwarten sich die Macher von Diensten wie den neugeschaffenen Google Communities sowie dem Multimessaging Tool Hangout eine maßgebliche Attraktivitätssteigerung seiner Platform. Darüberhinaus bietet die allgegenwärtige Sharing (Teilen) Funktion sinnvolle Möglichkeiten weitere Google Dienste wie das Foto-Sharing Tool Picasa, den Cloud Dienst Drive, GMail, Youtube, Google Music oder auch die Google Docs in die bestehende Landschaft zu integrieren. Zukünftige Dienste wie Google TV könnten die Plattform Google+ weiter aufwerten und damit auch Umsteiger von Facebook anziehen.

facebook_logoFacebook auf der Suche seine Mitglieder zu vermarkten

All dies fehlt dem Konkurrenten Facebook und so kann das zeitliche ältere Netzwerk von Gründer Mark Zuckerberg allein auf seine große Mitgliederzahl jenseits der 1 Milliarde verweisen. Features wie Video Hangout oder Foto Sharing mussten erst durch externe Dienste wie Microsofts Skype oder durch den Milliarden schweren Erwerb der Foto-Sharing Plattform Instagram in Facebook integriert werden. Die Integration kostenloser VOIP Telefonate über den Facebook Messenger soll ähnlich wie bei Google+ die Attraktivität der Seite steigern und die Verweildauer erhöhen. Zudem gibt es Gerüchte, dass Facebook an einem alternativen RSS Feedreader als Ersatz für Googles Reader arbeitet, der am 1. Juli seine Pforten schließt. Versuche des Konzern eine eigene Facebook Home App als zentrale Startrampe auf dem Smartphone zu etablieren scheitern genauso kläglich wie der Launch des ersten echten Facebook Handys mit Namen „First“, dass von HTC produziert wurde. Während der Facebook Home Launcher zur Überarbeitung zurück ans Reißbrett gewandert ist, geht man beim gefloppten Facebook Handy First von einer Einstellung der Produktion aus.

Im Gegensatz zu Google belastet Facebook damit weniger das Problem zu weniger Mitglieder, sondern das größte soziale Netzwerk hat eindeutig ein Einnahmeproblem. Zur Erklärung sei erwähnt, dass Facebooks Seite von den Usern immer häufiger mittels mobiler Endgeräte und obendrein alternativer Apps von Fremdanbietern angesurft wird. In der Folge wird Facebooks Webseite für seine Werbepartner zunehmend unattraktiver und damit zum Problem für Facebook, denn alternative Einnahmequellen sind weit und breit nicht in Sicht. Der Microblogging Dienst Twitter begegnet dem Problem der alternativen Twitter Apps, die den Konzern letztendlich Werbeeinahmen kosten mit einer restriktiven Beschränkung des Nutzerkontingents auf seine API (Application Programming Interface) wie der Fall der Twitter App Falcon Pro beweist. Ob dies letztendlich auch eine gangbare Strategie für Facebook sein könnte wage ich zu bezweifeln. Schlimmer noch rechne ich bei einer zu starken Steigerung der Werbeeinblendungen im Netzwerk mit einer deutlichen Abwanderung der Mitglieder.

Bleibt als Fazit zu sagen, dass Google+ trotz erheblich weniger Mitglieder deutlich besser aufgestellt ist. Googles geschickte Vernetzung all seiner Dienste gibt dem User immer weniger Anlass auf fremde Anbieterseiten bzw. Dienste zurückgreifen zu müssen. Welche der beiden Dienste nutzt ihr persönlich am meisten und aus welchem Grund? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

Quelle.:

Ant-Marketing.org

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