Review – Samsung Galaxy Note 2 “Die Mutter aller S-Pen Smartlets”

Als ich das Erste mal das Galaxy Note in der Hand hatte war ich von seiner Größe extremst beeindruckt. Waren bis dato 5 Zoll Displays eher die Ausnahme hat Ende 2012 fast jeder Hersteller ein Modell mit dieser Display Größe im Programm oder zumindest angekündigt. Wenn man erst mal 1 Jahr ein Note in den Händen hatte dann erscheinen einem 4 Zoll Geräte mittlerweile wie Kinder Spielzeuge. Größentechnisch war ich also voll auf das neue Note 2 eingestellt, da es ja eigentlich nur mit einem Displayzuwachs von 0,5 Zoll auf 5,5 Zoll daherkam.

Samsung_Galaxy_Note_2_Review_Logo

Design & Verarbeitung

Dennoch entlockte mir das Erste Öffnen der BOX ein freudiges WOW! Ich hatte das Note 2 natürlich vorher schon in allen Postionen auf Detailbildern im Internet bestaunt. Hält man es dann aber in den Händen wirkt es noch eleganter, stylischer & runder als sein Vorgänger. Samsung hat das Design des Note 2 eng an den Look des S3 angelehnt was sich auch im geräteumspannenden Hochglanzplastik ausdrückt. Selbst die Chromkante rund um das Gerät ist aus Plastik wirkt aber dennoch sehr wertig. Die glatte Plastikstruktur sorgt aber auch für einige Kritikpunkte, denn allzu leicht rutscht einem der riesige Handschmeichler aus der Hand. Zudem sieht man auf der Plastikfront schnell jeden Fingerabdruck. Da mir die glänzende Rückfront auch viel zu rutschig ist helfe ich mir mit einem Silikon-Case, das zudem einen gewissen Schutz beim Herunterfallen bietet.

Samsung_Galaxy_Note_2_VergleichAuflösung 1280 x 720 im Vergleich zum Note 1 mit 1280 x 800

Das Note 2 ist in seinen Abmessungen mit 151,1 mm Höhe und 80,5 mm Breite gegenüber seinem Vorgänger (146,8 mm & 82,95 mm) ein wenig höher aber schmaler in der Breite geworden. In Bezug auf die Einhandbedienung ist Samsungs Designänderung gegenüber dem Note 1 nur logisch. Bei der Auflösung die mit 1280 x 720 Pixeln gegenüber 1280 x 800 beim Note 1 geringer geworden ist hagelt es von einigen Usern aber Kritik. So war es beim Note 1 möglich bis zu 5 Icons in der Reihe auf dem Screen zu platzieren, während es beim Note 2 nur noch 4 Icons sind. Natürlich kann man sich mit alternativen Launchern wie Apex oder Nova behelfen, wer aber bei Touchwiz bleiben möchte muss mit 4 Icons in einer Reihe leben.

RGB Matrix sorgt für ein schärferes Bild

Die fehlenden 80 Pixel gegenüber dem Note 1 verringern die Pixeldichte beim Note 2 auf 267 ppi, während sie beim Note 1 noch 285 ppi betragen hat. Allerdings wirkt das Bild des Note 2 durch eine geänderte Anordnung der Pixel dennoch schärfer wie Mikroskopaufnahmen von GSMArena belegen. Im Gegensatz zum Note 1 mit seiner Pentile Matrix verfügt das Note 2 über eine echte RGB Matrix. Das heisst, während sich beim Note 1 jedes Pixel zwei Subpixel mit dem Nachbarn teilen muss besitzt das Super Amoled Display des Note 2 pro Pixel drei echte Subpixel.

Samsung_Galaxy_Note_Matrix_Vergleich Samsung_Galaxy_Note_2_Matrix_Vergleich

Samsung_Galaxy_Note_1_Schärfe Samsung_Galaxy_Note_2_Schärfe

Wer wie ich schon sein drittes Smartphone mit einem Amoled Display verwendet möchte eigentlich kein LCD-Display mehr haben. Schwärzeres Schwarz und leuchtendere Farben wie bei einem Amoled gibt es eigentlich nicht. Nur bei reinem Weiß haben die Amoleds ihre Schwächen. Und genau wie bei meinem Note 1 stellt auch das Note 2 die Farbe Weiß mit einem blaugrünem Stich dar.

Gorilla Glas 2 Display mit leichter Wölbung an den Rändern

Das Display des Note 2 besteht aus Gorilla Glas 2 und ist zu den Rändern hin minimal abfallend. Es gibt viele Meinungen ob man einen Screenprotector benutzen soll oder nicht. Ich verwende auf allen meinen Handys eine Schutzfolie, die übrigens in keiner Weise die S-Pen Benutzung behindert. Wegen des leicht gewölbten Randes habe ich aber eine Folie gewählt, die den Rand ausspart und sich dadurch nicht lösen kann.

S-PEN, mehr als nur ein Stift zur Bedienung

Wer in Erwägung zieht sich das Note 2 zu kaufen und den S-Pen nicht einzusetzen, sollte seine Entscheidung vielleicht nochmals überdenken. Meine Aussage bezieht sich darauf, dass der S-Pen beim Note 2 vollgestopft ist mit neuen Features, sodaß er für mich zum eigentlichen Hauptdarsteller avanciert.

Samsung_Galaxy_Note_2_S-Pen_Vergleich

Handschrifterkennung deutlich verbessert

Samsung hat auch den S-Pen selbst einem Redesign unterzogen, denn er ist dicker, eckiger und kantiger geworden und liegt damit viel besser in der Hand. Beim Note 1 hatte ich immer Probleme die Taste auf dem S-Pen zu finden, mit der man per Klick auf das Display Screenshots anfertigen kann. Der S-Pen unterstützt an seiner Spitze bis zu 1024 Druckstufen, die speziell die Grafik und Handschriftenerkennung deutlich verbessern. Ich selbst habe eine ziemlich schlechte Handschrift, dennoch hat das Note 2 bisher fast alles anstandslos erkannt. In den Systemeinstellungen -> Sprache und Eingabe -> Samsung-Tastatur kann die Erkennung der Handschrift mittels diverser Einstellungen feingetunt werden.

Handschrift_Einstellungen_Klein Handschrift_Klein

Seiten-Buddys

Eine Neuerung, die einem im wahrsten Sinne sofort ins Auge springt ist Samsungs S-Note, dass jedesmal aufpoppt wenn ihr den Stift herauszieht. Das neue S-Note bietet neben den rein grafischen Funktionen eine unermessliche Anzahl an Formen, Cliparts und Grafiken an, die das Erstellen von sog. Sketch Ideen stark vereinfachen. Die Funktion der S-Note Startseite findet ihr im sog. Seiten-Buddy, der euch weitere nützliche Utility Seiten beim Einstecken eines Kopfhörers, Anschließen eines Docks oder beim Roaming Betrieb anbietet. Natürlich kann die komplette Buddy Funktion auch abgeschaltet werden, wie ich das gemacht habe, da ich nicht jedesmal S-Note brauche wenn ich den Stift herausziehe.

Samsung-Galaxy-Note_2_S-Note Seiten_Buddy_Klein S-Note_Features_Klein

S-Pen Keeper

Zusätzlich hat Samsung dem S-Pen ein eigenes Menü mit sinnvollen Gadgets spendiert. So könnt ihr einen Alarmton definieren wenn der Stift entnommen wird. Beim S-Pen Keeper wiederum, ertönt ein Alarm falls ihr den Stift irgendwo liegengelassen habt. Allerdings scheint sich diese Funktion wohl noch im Teststadium zu befinden, denn manchmal ertönte der Alarm wenn der Stift 20 cm neben dran liegt. Ein anderes mal hat sich das Gerät nicht mal gemeldet wenn ich 10 Meter entfernt vom S-Pen war.

Air View

Das mit Abstand interessanteste Feature, neben MultiWindow ist für mich aber zweifellos die Air View Funktion des S-Pen. Mit ihr bedient ihr euer Note 2 quasi ohne den Bildschirm zu berühren. Wenn ihr z.B. Bilder betrachten möchtet und mit dem Stift über einem Album schwebt wird euch eine Vorschau aller Bilder im Album angezeigt. Während ihr euch ein Video anschaut könnt ihr mit Air View eine schnelle Vorschau des gesamten Videos anzeigen. Weiter ist es mit Air View möglich den Inhalt einer Mail oder des Kalenders S-Planner anzeigen zu lassen ohne die Einträge zu öffnen. Last but not least könnt ihr in Listen nach oben und unten scrollen, wenn ihr den S-Pen einfach über den oberen bzw. unteren Displayrand schweben lasst.

S-Pen_Gadgets_AirView_Klein Email_Text_lesen_Klein

S-Pen_Clipping_KleinPopupNote

Eine weiteres super Feature des S-Pen, das ich nicht mehr missen möchte, ist das sog. PopupNote. Wann immer ihr einen Notizzettel benötigt, genügt ein 2-maliges Tippen aufs Display mit gedrückter S-Pen Taste und PopupNote erscheint.

Clipping

Nicht vergessen sollte man auch die überaus nützliche Funktion bei gedrücktem S-Pen Button jeden beliebigen Bildschirminhalt zu umranden und als sog. Clipping zu speichern. Den Clip könnt ihr dann in einer EMail verschicken oder über andere Apps wie DropBOX, Facebook oder Google+ mit anderen teilen.

Performance

Den Punkt Performance könnte ich eigentlich getrost weglassen, denn das Note 2 hat davon mehr als genug. Mit seiner 1,6 Ghz Quad-Core CPU (Exynos 4412) aus eigener Produktion, die nebenbei noch auf satte 2 GB RAM zugreifen kann, hat der Bolide Power satt. Funktionen wie das Multitasking Feature MultiWindow, bei dem ihr 2 Apps nebeneinander betreiben könnt sowie Popup Video profitieren von der Power ungemein. Bei PopUpVideo ist es nun möglich das Video im Vordergrund stufenlos zu zoomen, was bei mir einwandfrei und ohne Ruckler funktioniert.

Zur besseren Darstellung der üppigen Power habe ich euch 2 Screenshots von Antutu und Quadrant beigefügt, aus denen ersichtlich ist, dass das Note 2 momentan leistungstechnisch das NonPlusUltra auf dem Markt darstellt!

Antutu_13576_Klein Quadrant_6972_Klein

Kamera & Video

Die 8 MP Kamera im Note 2 stellt bestimmt nicht das technisch machbare dar, aber die Qualität der Bilder ist absolut überzeugend. Ein großes Manko fast aller Smartphone Kameras ist das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen und den damit verbundenen Problemen der Fokussierung. Die Kamera des Galaxy Note 2 kann aber auch hier überzeugen und liefert relativ brauchbare Ergebnisse. Samsung hat zudem die Kamera Funktionen mit HDR und einem Burst Modus aufgebohrt. Das bedeutet beim dauerhaften Drücken des Auslöseknopfes könnt ihr mit dem Note 2 Serienaufnahmen anfertigen. Der Burst Modus arbeitet ähnlich wie die App “Fast Burst Camera„. Weitere Funktionen der Kamera sind Autofokus, Makromodus, diverse Szenenmodi und ein Bild-Stabilisator.

Samsung_Galaxy_Note_2_LowLight_Aufnahme_1  Samsung_Galaxy_Note_2_Makroaufnahme

Ein nettes Gimmick der Video Kamera besteht darin, dass ihr während einer Videoaufnahme ein Foto aufnehmen könnt. Wie beim Fotografieren stehen auch beim Video diverse Effekte wie Sepia, Schwarz-Weiß, Cartoon, Solarisation etc. zur Verfügung. Desweiteren könnt ihr Aufnahmen mit Zeitlupen und doppelter Geschwindigkeit (x2) anfertigen.

Samsung_Galaxy_Note_2_LowLight_Aufnahme

Akku und Ausdauer

Die ganzen Multimedia Spielereien und das gigantische 5,5 Zoll Display saugen natürlich permanent am Akku. Aber auch in dieser Hinsicht hat Samsung mit dem Einbau eines 3100 mAh Powerblocks ganze Arbeit geleistet. Im Schnitt musste mein Note 2 bisher alle 2-3 Tage an de Steckdose, bei relativ starker Benutzung in allen Bereichen. Meine Hauptnutzung liegt dabei auf dem Senden & Abholen von Mails, Internetbrowsen, Musik hören, Joggen mit einer Sportstracker App, Navigation, Fotos aufnehmen und Verwalten, TV schauen per Zattoo, social Media wie Facebook bzw. Google Plus, RSS Reader & WordPress lesen und editieren!

Jelly Bean 4.1.2 User Experience

Die Kombination aus Quad-Core CPU und Jelly Beans in der neuesten Version überzeugt voll und ganz. Mein Note 2 läuft extrem flüssig und laggt keine Sekunde. Tuning Tips sowie Overclocking kann man bei dieser Power getrost vergessen. Ich hatte bisher zu keiner Zeit das Gefühl, dass das Note 2 an seine Grenzen gekommen war. Und selbst wenn ich im Taskmanager 10-15 Apps parallel geöffnet hatte zeigte mir das ausgeklügelte RAM Management noch Reserven an. 1-2 mal hat sich der TouchWiz Launcher mit einem Force Close verabschiedet, aber da ich aufgrund besserer Einstellungsmöglichkeiten nach dem Review auf den Apex Launcher umsteigen werde, spielt das für mich keine Rolle.

Fazit

Das Galaxy Note 2 vereint in meinen Augen zur Zeit wie kein anderes Smartphone die Attribute Power und produktive Funktionen miteinander und darf deshalb auch als Quantensprung gegenüber seinem Vorgänger dem Note 1 verstanden werden. Wobei für mich nicht so sehr die absolute Power im Vordergrund steht, sondern dass es Samsung gelungen ist den S-Pen mit intelligenten Funktionen so aufzuwerten, dass er zum zentralen Bedienelement im Note 2 aufgestiegen ist. Allerdings führt die enge Verzahnung des S-Pen mit Samsung eigenen Software Routinen dazu, dass es ROM Köche wie CyanogenMOD schwerer haben dürften alle S-Pen Features in ihre ROM`s zu integrieren. Meiner Meinung nach benötigt das Note 2 auch keinerlei Custom-ROM, da für mich alle wünschenswerten Funktionen schon im Stock ROM integriert worden sind.

Über Design und Materialien wie dem Hochglanzplastik lässt sich natürlich immer streiten, allerdings belegen mehrere 10 Millionen verkaufter Geräte der Galaxy Serie, dass der verwendete Kunststoff im täglichen Einsatz zu bestehen scheint. Zudem ist der entscheidende Faktor bei immer grösser werdenden Displays das Gewicht und hier punktet Plastik eben vor Alu bzw. Metall. Für die Kaufwilligen unter euch ist das Note 2 in Anbetracht des herannahenden Galaxy Note 3 und dem zuletzt im Preis gesunkenen S4 schon zu Preisen ab 419 Euro bei einigen Händlern zu erhalen. Kommentare sind wie immer willkommen!

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