Bringt Samsungs immer gleiches Design wie jüngst die Leaks des Galaxy Note 3 das Geschäftsmodell der Südkoreaner in Gefahr?

3 Tage ist es nun her, dass Samsung auf seinem Event in London eine ganze Serie an neuen Geräten vorgestellt hat. Neben einer Outdoor Variante des Galaxy S4 haben die Südkoreaner das S4 Zoom mit erweiterten Photofunktionen präsentiert. Dazu kam die Vorstellung der androidbasierten Wechselobjektiv Kamera NX. Wirklich fasziniert war ich aber vor allen Dingen vom neuen Hybrid Tablet Ativ Q, das auf Knopfdruck zwischen Windows 8 und Android Jelly Bean switchen kann.

Samsung_Galaxy_Note3_Leak

Auch die neuesten Leaks des vermeintlichen Galaxy Note 3, die seit ein paar Tagen im Netz kursieren offenbaren zumindest designtechnisch wenig Neues. Klar, dass Samsung ein wenig an der Display Größe hin zu 6 Zoll sowie den technischen Daten in Punkto Performance sprich CPU Power drehen wird, aber reicht dies um eine große Zahl neuer Käufer oder Umsteiger für das Note 3 zu mobilisieren. Als ehemaliger Besitzer der ersten beiden Notes kann ich selbst bescheinigen, dass es sich gerade beim Note 2 um ein excellentes Gerät handelt, das ich nur aufgrund eines technischen Defektes gegen das aktuelle Galaxy S4 eingetauscht habe.

Samsung_Galaxy_Note3_Leak_2Gerade dieser Wechsel vom 5,5 Zoll großen Note 2 zum knapp 5 Zoll großen S4 hat mir aber auch deutlich bewusst gemacht, dass der der Größenwahn bei den Smartphone Displays an seinem Ende angelangt ist. Trotz großer Hände ist mir nach dem Wechsel schnell bewusst geworden, dass ein sinnvolles Handling und Transportieren im mobilen Bereich eher mit 5 Zoll als 6 Zoll und drüber zu bewerkstelligen ist. Ein Präsentationstermin könnte die im September stattfindende IFA in Berlin sein, auf der Samsung traditionell seine ersten beiden Note Modelle präsentiert hatte.

Trotz aller Euphorie und Faszination, die die neuen Gadgets zumindest nach wie vor bei mir auslösen hat der inflationäre Geräte Output dem Hersteller zuletzt eine ganze Menge Kritik von der Netz Community eingebracht. Die Argumente, dass Samsung zu viele Geräte mit zu wenig unterschiedlichen Designmerkmalen in immer kürzerer Zeit auf den Markt schmeißt sind nicht ganz von der Hand zu weisen. Wie hoch die Erwartungen mittlerweile sind verdeutlicht eine Meldung über korrigierte Galaxy S4 Absatzzahlen,  die zu einem Kurssturz der Aktie geführt haben. Nicht etwa weil die Planzahlen von 10 Millionen verkaufter Galaxy S4 Einheiten in einem Monat spielend leicht erreicht wurden, sondern weil das langfristig anvisierte Absatz-Ziel von 80 Millionen Galaxy S4 Geräte wohl zu optimistisch war.

Samsung_Galaxy_Note3_Leak_1Ich nenne das Meckern auf sehr sehr hohem Niveau, denn nach wie vor ist Samsung der absolute Weltmarktführer und schaut man auf die Rangliste folgen auf den Plätzen nur Apple und dann kommt lange nichts. Vergleicht man die Koreaner gar mit Systemen wie Windows Phone 8 die gerade mal 2-3 Prozent des weltweiten Marktanteils besitzen, erkennt man in welch komfortabler Position sich die Südkoreaner derzeit befinden. Trotzdem zeigen Beispiele wie das von Nokia, Blackberry und zuletzt auch HTC, dass sich die Machtverhältnisse im globalen Mobilfunk Markt mit einem jährlichen Output von 1,2 Milliarden Geräten recht schnell ändern können. Gerade das Beispiel von HTC beweist, dass eine zu ähnliche Gerätepolitik in Kürze dramatische Auswirkungen für das gesamte Geschäftsmodell mit sich bringen kann. Und sind die Kunden erst einmal zu einem anderen Anbieter übergelaufen, dann sind sie nicht so leicht wieder zu einem Geräte- Herstellerwechsel zu bewegen.

Der Vorwurf, dass Samsung gerade in Bezug auf das Design langweilig geworden ist und zu sehr auf Plastik sprich Polycarbonat setzen würde muss man natürlich wie alles von 2 Seiten beleuchten. Einerseits mag Plastik eine mindere Wertigkeit vermitteln ist aber dennoch ein leichter und strapazierfähiger Werkstoff. Wer schon einmal ein Gerät mit einem Unibody aus Aluminium besessen hat, weiß das auch dieser Werkstoff nicht ohne Probleme ist. Persönlich hatte ich längere Zeit ein ONE S von HTC, das mit einem schwarz eloxierten Aluminium Body daherkam und beim kleinsten Anecken erste Kratzer erlitt. Dazu kommen immer wieder Problematiken mit der Funkfähigkeit von Wlan und GPS, die Alu als Werkstoff zu bewältigen hat.  Und sind wir mal ganz ehrlich, Smartphones wie auch Tablets setzen ein prinzipielles Grund-Design voraus um sinnvoll eingesetzt zu werden. Design drückt sich somit meist nur in Details, Material und Farben aus und die sind wie alle Dinge der Menschen Modeerscheinungen unterworfen. Nicht zuletzt zählt natürlich wie immer der Satz „Never change a running System“ und so kann man es Samsung natürlich nicht verübeln, dass sie wohl erst bei dramatischen Absatzverlusten ihre Designstrategie  in Punkto Aussehen und Material radikal ändern werden.

Sehr viel wichtiger für den langfristigen Erfolg eines Herstellers finde ich aber, dass ein Unternehmen eine persönliche Vision für die Zukunft entwickelt. Das heißt zu spüren welche Features und Produkte die Nutzer sich wünschen ohne rechts und links auf die Geräte der Mitkontrahenten zu schielen und diese dann bei Erfolg einfach zu kopieren. Gerade mit dem Release der S-Pen basierten Note Serie hat Samsung strategischen Weitblick bewiesen. Anfangs von der Konkurrenz als nicht funktionierende Totgeburt belächelt, mausert sich der S-Pen mittlerweile zum universellen Bedientool weit über die Grenzen der Note Reihe hinweg wie das Ativ Q beweist.

Weitere bahnbrechende Gadgets wird meiner Meinung nach die für Anfang 2014 geplante Serienreife der Flexdisplays mit sich bringen. Gerade für Konzerne wie Samsung, die neben der Mobilfunksparte in unterschiedlichen Bereichen wie Heimelektronik, Fototechnik, Küchengeräte, Haushaltsgeräte usw. unterwegs sind bieten sich enorme Möglichkeiten völlig neuartige Kommunikationsutilities zu entwickeln und damit neue Trends zu setzen. Gerade deshalb würde ich mir für die Zukunft wünschen, dass gerade ein finanziell und entwicklungstechnischer  Gigant wie Samsung seine Power auch zur Entwicklung experimenteller Geräteformen nutzen würde. Ob allerdings ein Galaxy S5 mit Alubody die Diskussionen um ein langweiliges Design verstummen läßt wage ich zu bezweifeln.

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